Push to Talk: das Handy mit Funkgerät

Für die schnelle und sichere Kommunikation auf Baustellen, Industrieanlagen oder weitläufigen Geländen kamen bisher Funkgeräte zum Einsatz. Mittlerweile machen Smartphones mit Push-to-Talk-Funktion Extra-Geräte überflüssig. Sie bringen moderne digitale Leistungen mit traditionellem Funk zusammen – und sind damit klassischen Walkie Talkies in vielerlei Hinsicht überlegen.

AR in der Wirtschaft

Was ist Push-to-Talk?

Die Push-to-Talk, kurz PPT, ist eine Sprechfunk-Technologie auf Basis von Mobilfunknetzen. Sie ist nicht neu, sondern wird bereits seit vielen Jahrzehnten in der mobilen Kommunikation genutzt.

Teilweise wird der Begriff Push-over-Cellular, PoC, synonym verwendet. Er spielt darauf an, dass für die Übertragung der Sprachnachrichten das Mobilfunknetz (Cellular) verwendet wird.

Der Name beschreibt, was Push-to-Talk zu bieten hat: Man drückt einen Knopf bzw. Button und kann eine Sprachnachricht aufnehmen, die dann über ein Mobilgerät verschickt wird. Für den Empfang gibt es zwei Optionen: Entweder sind die Nachrichten direkt hörbar oder sie werden erst abgespielt, wenn ein Nutzer sie über einen Button anwählt.   

Die Nachrichten können nicht nur an Einzelne, sondern an Gruppen versandt werden. Je nach genutzter Software sind verschiedene zusätzliche Funktionen nutzbar, zum Beispiel können Sprachnachrichten gespeichert und später erneut angehört werden.

Die Funktion entspricht im Kern dem, was auch WhatsApp und andere Messenger-Dienste leisten. Daher konnte sich Push-to-Talk im Endverbrauchermarkt zumindest in Deutschland nicht durchsetzen.

Im Unternehmenskontext hat sich PPT jedoch etabliert und in manchen Branchen den analogen Funk sogar weitgehend abgelöst.  

Wie funktioniert Push-to-Talk?

Die Push-to-Talk-Technologie nutzt das Mobilfunknetz zur Übermittlung von Sprachnachrichten.

Die Übertragung funktioniert ähnlich wie beim „Voice over IP“-Verfahren. Die Sprache wird in Datenpakete aufgeteilt und an einen Server geschickt, der sie an die Empfänger weiterleitet. Abhängig von der Geschwindigkeit des Netzes, ob UMTS oder LTE, und der Empfangssituation kommt die Sprachnachricht mit einer leichten Verzögerung an. Die Sprachnachrichten selbst werden im sogenannten Real Time Protocol versendet.

Push-to-Talk stellt Halbduplex-Verbindungen her, d.h. der Server kann jeweils nur Nachrichten eines Senders weiterleiten. Versuchen andere Teilnehmende der Empfangsgruppe parallel zu senden, werden die Nachrichten nicht vom Server weitergeleitet.

Wer Push-to-Talk nutzen will, benötigt keine spezielle Hardware. Früher wurde die Technologie nicht von jedem Smartphone unterstützt. Nur bestimmte Marken und Modelle waren betriebssystemseitig auf PPT eingestellt. Heute ist dies anders: Mit der richtigen Software ausgestattet, ist PPT auf den meisten mobilen Devices nutzbar.

Verbreitung von Push-to-Talk

In Deutschland hatte die Telekom in den Nullerjahren versucht, PPT im B2C-Markt zu etablieren. Allerdings war der Zuspruch der Kunden so verhalten, dass das Unternehmen die Technologie 2008 wieder aus dem Angebot nahm.

Im B2B-Umfeld verbreitete sich die Technologie in Deutschland dagegen, getrieben von wenigen großen Anbietern wie TASSTA. Ein Hauptargument für PPT: Die Übertragungsqualität war und ist dem traditionellen Funk deutlich überlegen. In den USA hat sich Push-to-Talk in einigen Branchen mittlerweile zum Standard entwickelt, zum Beispiel in der Taxibranche.

Branchen, in denen Push-to-Talk verwendet wird:

  • Landwirtschaft
  • Militär
  • Taxi- und Transportdienste
  • Rettungskräfte
  • Bauprojekte
  • Logistik
  • Industrie
  • Eventbranche
  • Sicherheitsunternehmen

Vorteile von Push-to-Talk im Unternehmenseinsatz

Push-to-Talk ist eine Alternative für Unternehmen, die bisher Digitalfunk nutzen oder erstmalig eine Funklösung zur schnellen und stabilen Kommunikation einführen wollen.

Wollen Mitarbeiter, die gerade ein Gerät warten, eine kurze Info vom Kollegen am anderen Ende der Baustelle einholen? Statt ein Funkgerät mitsichführen zu müssen, können sie mit Push-to-Talk einfach eine App auf ihrem Smartphone oder ihrem Arbeitstablet aufrufen und mit einem Fingertipp ihre Nachricht durchgeben. Die Latenzzeiten sind minimal, sodass der Kollege sofort Bescheid weiß und antworten kann.

Das Beste: Einige unserer Industrie Smartphones und Industrie Tablets verfügen über große Lautsprecher, sodass auch in Umgebungen mit starken Maschinengeräuschen problemlos kommuniziert werden kann. 

Für die Kommunikation müssen keine WLAN-Verbindungen vorliegen und keine Firmenfunknetze aufgebaut werden. Die Übertragung kann über das öffentliche Mobilfunknetz erfolgen. Damit ist Push-to-Talk wesentlich kosteneffizienter als herkömmlicher bzw. digitaler Funk.

Warum nicht einfach anrufen oder Messenger-Dienste nutzen? Push-to-Talk ist optimiert für die schnelle Übermittlung von Sprachnachrichten auch an Gruppen. Es gibt Einsatzbereiche, in denen man es nicht riskieren kann, dass eine Nachricht wegen schlechter Internetverbindung beim Server hängen bleibt:  Rettungskräfte, Expressdienstleister, Taxiunternehmen müssen sich auf ihren Funk verlassen können. Aber auch in der Industrie, wo ein Maschinenausfall hohe wirtschaftliche Folgen haben kann, ist eine effiziente Kommunikation zwischen den Technikern von großer Bedeutung.

Erfahren Sie hier mehr über Instandhaltung und Wartung 

Die Qualität von PPT ist dem Digitalfunk ähnlich, aber die Sprache wird noch klarer übertragen.

Hinzu kommt, dass Nutzer mehr Zusatzfunktionen erhalten – je nachdem, welche Software sie verwenden. Unternehmen können über die Anwendung zum Beispiel zentral Gruppen für verschiedene Teams oder Einsatzbereiche einrichten und so den Funkverkehr übersichtlich halten. Nutzer können abhängig von der Konfiguration Nachrichten speichern und sich die Historie noch einmal anhören.

Vorteile auf einen Blick

  • Kurze Latenzzeiten
  • Erstklassige Audioqualität
  • Verlauf von Sprachnachrichten
  • Klare Kommunikation: Nur eine Person kann zur selben Zeit sprechen
  • Keine extra Infrastruktur notwendig
  • Mit diversen mobilen Endgeräten realisierbar

Einführung von Push-to-Talk im Unternehmen

Wenn Sie Push-to-Talk für die Kommunikation mit Mitarbeitenden nutzen wollen, benötigen Sie dazu in der Regel nur eine passende Software. In Deutschland gehört TASSTA zu den etablierten Anbietern. Die PPT-Lösung ist besonders umfangreich und DGUV-zertifiziert.

Die Anwendungen lassen sich auf den gängigen mobilen Endgeräten mit Android-Betriebssystem installieren.

Für den industriellen Kontext empfiehlt es sich, robuste Industrie Smartphones oder Tablets einzusetzen. Auch Geräte ATEX-zertifizierte Geräte bieten die PTT-Funktion. 

Haben Sie noch keine entsprechenden Geräte in Verwendung, empfehlen wir als Tablet das ecom Tab-Ex® DZ2 und als Smartphone das i.safe MOBILE IS530.RG.

Das Tablet ecom Tab-Ex® DZ2 mit hochauflösendem 8-Zoll-Display und Android-Betriebssystem besticht durch eine erstklassige Rechnerleistung und einer Reihe für den industriellen Einsatz konzipierter Zusatzfunktionen (Augmented Reality, Gyroscope, Gesichtserkennung). So lässt es sich problemlos mit Handschuhen, bei Nässe und hohen Temperaturen sowie in explosionsgefährdeten Umgebungen bedienen. Sensible Unternehmensdaten sind dank Knox 3.2 auf dem Gerät sicher. Auch die Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden kann sich sehen lassen.

Das robuste 4,5-Zoll-Smartphone i.safe MOBILE IS530.RG ist für den Arbeitseinsatz optimiert. Das Gerät ist mit einem wechselbaren 3600mAh-Akku, IP68-zertifiziertem Gorilla-Glas und einer multifunktionalen ISM-Schnittstelle ausgestattet und lässt sich mit Handschuhen bedienen. Betriebssystem ist Android 9.

Fazit: Praktische, aber unterschätzte Technologie

Push-to-Talk ist in Deutschland wenig verbreitet, doch zu Unrecht. Die Technologie ist im Industrieeinsatz eine hervorragende und kostengünstige Alternative zu traditionellem oder digitalem Funk über Firmennetze. Vor allem für die missionskritische Kommunikation an mehrere Empfänger ist die Übermittlung via Mobilfunknetz die beste Lösung.

Angestellte benötigen zudem keine extra Funkgeräte, sondern können vorhandene Devices wie Smartphones oder Tablets nutzen, die im besten Fall sämtliche für ihren Arbeitseinsatz benötigte Funktionen bündeln.

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